Erbe Jörg Haiders zerstört
Am 11. Oktober 2008 starb Jörg Haider, danach kam der große Schock und die Trauer über Kärnten.
Nach einem Jahr der Trauer kam nun, für politische Beobachter nicht überraschend, der Machtkampf um sein Erbe. Viele seiner ehemaligen Gegner wollten erben, doch das Erbe wurde am Wochenende endgültig zerschlagen.
Bei Strache ist schon seit Jahren klar: Er will nicht erben, sondern nur kopieren. Doch Jörg Haider schaffte, was ein Strache niemals schaffen wird: Politische Veränderung zu bringen, Verantwortung zu übernehmen und einen Landeshauptmann zu stellen. Doch mit „Politikern“ wie den Gebrüder Scheuch kommt man - unverhofft und ohne Wahlerfolg - doch zu einem Landehauptmann.
Sicherlich war es unseriös und auch demokratiepolitisch mehr als bedenklich, aber doch erfolgreich. Oder? Durch die Spaltung in BZÖ-Kärnten und FPK wird es keine Konzentration der Kräfte geben, wie von Strache & Scheuch immer wieder suggeriert wird. Ganz im Gegenteil: Das sog. „Dritte Lager“ verliert damit auf lange Sicht vollends die Chance auf zumindest einen Landehauptmann in Österreich.
Und das ist schlimmer als man erstmal denkt, schließlich gibt es vier Landeshauptleute der ÖVP - Günther Platter (Tirol), Herbert Sausgruber (Vorarlberg), Erwin Pröll (Niederösterreich) und Josef Pühringer (Oberösterreich) - und vier der SPÖ - Gabi Burgstaller (Salzburg), Franz Voves (Steiermark), Michael Häupl (Wien), Hans Niessl (Burgenland).
Das Zünglein an der Waage, z. B. bei Abstimmungen der Landeshauptleutekonferenz, war bisher das „Dritte Lager“, also früher Jörg Haider und heute Gerhard Dörfler. Durch die Spaltung liegt die Landeshauptmannpartei „FPK“ derzeit bei nur noch 22 %. Bei der letzten Wahl 2009 errang das BZÖ noch 44,9 Prozent der Stimmen. Das wird für die zur FPÖ gehörige FPK bei der kommenden Wahl unmöglich. Schließlich bekam die Strache-FPÖ noch im vergangenen Jahr eine 3%-Abfuhr von den Kärntnerinnen und Kärntnern.
Auch das BZÖ-Kärnten wird an vergangene Wahlergebnisse von knapp 45% nicht mehr anschließen können und muss wahrscheinlich bei der nächsten Wahl ums überleben kämpfen. Ein Landeshauptmann für das „Dritte Lager“ wird’s wohl nicht mehr geben. Auch wenn Strache nach der Kärnten-Pleite, die ohne den Millionensegen durch einen weiteren Parlamentsklub ausging, jetzt Bürgermeister von Wien werden möchte. Doch das ist genauso realistisch wie sein großes Ziel, einmal Innenminister zu werden.
Bei den Problemen, die auf uns Österreicher in Zukunft zukommen, ist es nicht gerade beruhigend zu wissen, daß die Altparteien unfähig sind, die Dinge richtig zu machen.
Man kann nur hoffen, daß die Menschen in Österreich schnellstmöglich aufwachen, den Versagerparteien den Rücken kehren und selbst aktiv werden.
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